Speditionensterben in 2012? - Ein (Kurz-)Bericht von der "Front"

Speditionen haben keine Lobby.

Spediteure ziehen sich oft unser aller Unmut zu, wenn Autobahnen verstopft sind.

 

Dabei sind Spediteure das Rückgrat unseres Wirtschaftswachstums. Moderne Produktionskonzepte der Automobilindustrie wären ohne entsprechende Kontraktlogistiker nicht denkbar. Und auch sonst machen Logistiker viele Produktionsmethoden erst möglich.

 

Aber die Branche gilt seit Jahren als problematisch. Deutliche Mauterhöhungen 2009, Aktuell 50% höhere Dieselpreise als Ende 2008, die Finanz- und Wirtschaftskrise, all dies hat viele Spediteure bereits zum Aufgeben gezwungen zumal der Konkurrenzdruck immens ist. Schwarzseher prognostizieren für 2012 das große Speditionssterben.

 

Aber: Es gibt auch Positives aus unserem Beratungsalltag zu berichten. Eine von uns in 2011 betreute Spedition konnte zu Beginn diesen Jahres in der Insolvenz noch saniert werden. Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter gelang es, den Betrieb trotz kaum noch vorhandener Liquidität wieder in Gang zu bringen und zum Ende der Fortführungsphase und mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens einen Investor sowie einen Käufer für die Betriebsimmobilie zu finden. Ergebnis:

 

·         Über 20 Arbeitsplätze gerettet.

·         Die Kundenzufriedenheit vor allem der Großkunden trotz Insolvenz sichergestellt und deren Lieferfähigkeit bewahrt.

·         Ein renommiertes Familienunternehmen in einen großen soliden Logistiker überführt und damit die Nachfolge geregelt.

·         Überschüsse für die Befriedigung der Gläubiger erwirtschaftet.

 

Geht nicht, gibt es oft nicht! - mit den richtigen Partnern.

 

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KFZ-Handel 2012 - Trends und Aktuelles #kfz

Wer selektiv in die Welt schaut, kann sich das 1. Quartal entweder schön oder schlecht reden. Tatsache ist, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Tatsache ist aber auch, dass nicht alles schlecht ist, was aktuell im KFZ-Handel passiert.

Schaut man auf die Neu-Zulassungszahlen des ersten Quartals, so liegen diese mit ca. 773.636 Einheiten ca. 10.000 Einheiten über dem gleichen Wert des Vorjahres. Hochgerechnet könnte der Markt damit auf ca. 3,25 Mio. Einheiten in 2012 kommen. Zugleich sind in der Presse fast jeden Tag neue Rekord-Meldungen gerade auch von Premium-Herstellern über das abgelaufene Geschäftsjahr und das 1. Quartal 2012 zu lesen. Alles in Butter also? Es lohnt sich, genauer hinzusehen. Ein kurzer Fabrikats-Überblick:

·         Generell stabil oder mit deutlichem Wachstum entwickeln sich die Marken des VW-Konzerns.  Am schwächsten, weil trotz Rekordabsatz-Jubel "nur" auf Niveau des Jahres 2008 bewegt sich dabei die Marke Audi.

·         BMW und Mercedes sehen sich auf dem deutschen Markt eher einer Seitwärtsbewegung gegenüber. Gleiches dürfte für den "Importeur-Sieger" des Jahres 2011 Renault gelten, auch wenn hier insgesamt das 1. Quartal 2012 leicht unter dem 1. Vorjahresquartal liegt. Hier könnte sich allerdings das augenscheinliche Wachstum der "Zweitmarke" vieler Renault Händler, Dacia, zusätzlich stabilisierend auswirken.

·         Ford hat mit einer guten Modellpalette wieder zu einer stabilen Entwicklung gefunden.

·         Deutlich im Aufwind auch einige asiatische Marken: Hyundai, KIA, Nissan.

·         Problematische Marken in 2012 sind aus unserer Sicht: Opel, Fiat, Peugeot und Honda. Alle zeigen sowohl gegenüber den Vorjahreswertes als auch gegenüber den Durchschnitten der Vorjahre 2008, 2010 und 2011 zum Teil prozentual zweistellige Rückgänge. Für Opel kommen zusätzlich die erneuten Diskussionen um die Zukunft der Marke als Unsicherheitsfaktor hinzu.

·         Ein besonderes Thema ist für uns Porsche: Zwar weist die Marke sehr deutliche zweistellige Wachstumszahlen aus. Zugleich stehen aber hier die vom Hersteller ausgerufenen Investitionen in Millionenhöhe an, die 2/3 aller Händler betreffen sollen.

Weitere Trends:

·         Wie bereits zum Ende des letzten Jahres setzt sich im 1. Quartal 2012 der Anstieg bei den strategischen Zulassungen fort. Mit anderen Worten werden die Höfe der Händler wieder voller und die Standzeiten steigen. Gleichzeitig relativiert diese Entwicklung das Wachstum manches Herstellers, da es zulasten des Handels erfolgt.

·         Benzin- und Dieselpreise: ca. 50% über dem Niedrigstand von 2008 und ca. 15% über dem Vorjahresniveau. Hierin besteht für den Verlauf des Jahres 2012 noch erhebliches Unsicherheitspotenzial für den KFZ-Handel.

·         Der Gebrauchtwagenmarkt liegt aktuell ungefähr auf Vorjahresniveau.

Fazit:

Auch 2012 wird sicher ein interessantes Jahr für den KFZ-Handel - zumal die neue GVO, die Mitte 2013 in Kraft tritt auch bereits in 2012 für den einen oder anderen Händler Handlungsbedarf bedeuten wird.

Lassen Sie sich früh genug von Profis unterstützen.

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Porsche kündigt Wachstumskurs an #kfz

Porsche-Geschäftsführer Klaus Zellmer kündigte in einem Interview mit dem Autohaus-Magazin für die nächsten Jahre einen Wachstumskurs der Marke an.

Damit verbunden ist auch die Frage, ob das Händlernetz in der bisherigen Ausgestaltung für dieses Wachstum ausreichend leistungsfähig ist. Im Raum steht einerseits die Eröffnung neuer Standorte und andererseits für zwei Drittel aller Händler Investitionen in Millionenhöhe innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Mit anderen Worten: Auch für Händler der Premium-Marke bleibt es in den kommenden Jahren spannend.

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Neue KFZ-GVO: KIA kündigt Händlerverträge #kfz

KIA hat auf dem Händlertag am vergangenen Montag die (Struktur-)Kündigung aller Händlerverträge zum 31.5.2013 angekündigt. Hintergrund ist die dann in Kraft tretende neue KFZ-GVO und die Absicht, das Vertriebsnetz künftig nur noch einstufig – statt bisher zweistufig – auszugestalten. Mit diesem Schritt folgt KIA anderen Herstellern, die ihre Händlerverträge ebenfalls im Vorfeld der neuen KFZ-GVO gekündigt haben, z.B. Opel, Mazda, Fiat, Alfa Romeo, Jaguar, Land Rover und Citroen.

Wie auch bei anderen Herstellern wird mit dieser Kündigung auch eine Neuordnung des Händlernetzes und auch eine Anpassung der von den Händlern künftig zu erfüllenden Anforderungen verbunden sein.

Wir empfehlen allen betroffenen Händlern und auch den sie begleitenden Hausbanken, sich frühzeitig mit den Konsequenzen aus diesen Entwicklungen auseinander zu setzen.

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KFZ-Handel - Wie wird 2012? #kfz

Die Perspektiven wohl kaum ein Jahr wurden kontroverser diskutiert als die für das Jahr 2012. Zu unterschiedlich sind bereits die Erwartungen, die aufgrund der Euro-Krise und anderer politischer und gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen geschürt werden. Dabei finden sich wie immer Berufsoptimisten und -pessimisten. Schließlich gibt es diejenigen, die es für absolut unzulässig halten, über solche Dinge überhaupt öffentlich zu diskutieren.

Aus der Vielzahl von Meinungen und Informationen, die zu den Perspektiven 2012 für den KFZ-Handel zu finden sind, sieht das Institut für Unternehmensberatungen die folgenden Themen und Trends:

·         Die private Nachfrage nach Neufahrzeugen wird eher zurückgehen.

·         Kommt es dennoch zu Neuzulassungen in der Größenordnung von knapp über 3 Mio. Fahrzeugen, so wird dies zwingend zu einer weiter wachsenden Zahl von "taktischen" Neuzulassungen führen. Dieser Trend war bereits Ende 2011 erkennbar.

·         Die Folge: wachsende Fahrzeugbestände bei den Händlern, weiter schwierige Margensituation und wieder enger werdende Liquidität.

·         Bereits in 2011 waren die Vorboten der neuen Mitte 2013 in Kraft tretenden GVO für den KFZ-Handel beispielsweise in Form von Strukturkündigungen zu spüren. Dieser Trend wird sich in 2012 weiter fortsetzen.

Im Ergebnis kommen damit die strukturellen Schwierigkeiten des KFZ-Marktes, die in 2011 durch die gute Konjunktur überdeckt wurden, wieder stärker zum Vorschein. 2012 wird damit (wieder einmal) ein spannendes Jahr für den KFZ-Handel - und für uns ebenfalls.

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Saab meldet Insolvenz an #kfz

Nach langem Hin und Her zwischen den bisherigen Eigentümern, General Motors und chinesischen Investoren hat der schwedische Automobilhersteller Saab Insolvenz beantragt.

Bereits seit neun Monaten hatte Saab nicht mehr produziert. Infolgedessen war es in den letzten Monaten immer wieder zu verspäteten Lohnzahlungen und Insolvenzgerüchten gekommen. Bis zuletzt bestand die Hoffnung, dass Saab durch chinesische Investoren übernommen würde. Da es zudem noch zu Lizenzstreitigkeiten mit dem früheren Eigentümer General Motors kam, zogen sich diese Verhandlungen immer mehr in die Länge. Die Gespräche des vergangenen Wochenendes haben dann dazu geführt, dass Unternehmenschef Muller nun selbst Insolvenz beantragt hat.

Die Zahl der Saab-Händler ist in Deutschland in den letzten Jahren aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Herstellers immer weiter zurückgegangen. Zuletzt wurde die Marke meist als Zweitfabrikat von Händlern verkauft. Für diese geht nun eine lange Phase der Unsicherheit zu Ende, in der auch der Bezug von Ersatzteilen für Saab-Fahrzeuge immer schwieriger wurde. Die Insolvenz bedeutet nun vielleicht die Chance zumindest einen Saab-Service für Bestandskunden sicherstellen zu können. Aus unserer Sicht ist die nun gefallene Entscheidung für alle Beteiligten besser als die Ereignisse der letzten Wochen, die auch für Saab-Kunden zu immer größerer Verunsicherung geführt haben. Ein Neustart - egal unter welchen Vorzeichen - wäre damit immer schwerer geworden.

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KFZ-Branchentrends Oktober 2011 #kfz

Auf den ersten Blick erscheint die Neufahrzeugnachfrage in Deutschland stabil. In jedem Fall wird wohl die Marke von 3 Mio. Neuzulassungen in 2011 klar überschritten werden.

Seit August ist allerdings festzustellen, dass die Zahl der Händlerzulassungen wieder deutlich zugenommen hat. Mit fast 59.000 Fahrzeugen lag deren Anteil im September 2011 bei 21% der Gesamtzulassungen. Steigende Händlerzulassungen bedeuten einerseits einen Anstieg der Fahrzeugbestände bei den Händlern und sind andererseits dafür ein Indiz, dass die Zulassungsstatistik auf Betreiben der Hersteller "geschönt" werden soll. Diese These wird auch dadurch gestützt, dass zeitgleich die private Nachfrage nach Neufahrzeugen um 2,9% zurückging.

Fazit: Möglicherweise ist die Zeit der Euphorie über die guten Verkaufszahlen in Deutschland vorbei. Damit rücken die strukturellen Themen wie auch die neue GVO für den KFZ-Handel wieder stärker in den Fokus. Ein großer Teil der Händler rechnet jedenfalls für 2012 mit schlechteren Verkaufszahlen als für 2011.

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Neuwagen- und Gebrauchtwagentrends 2011 #kfz

Die Statistiken für die ersten sieben Monate des Jahres 2011 liegen vor und wir haben uns gefragt, was steckt hinter mancher Euphorie, die dieses Jahr zu lesen war. Gibt es tatsächlich – auch ohne Umweltprämie einen Neuwagen-Boom?

Rechnet man die aktuelle Zahl von knapp 1,9 Mio. Neuzulassungen für den Zeitraum Januar bis Juli 2011 hoch, so käme man in der Hochrechnung für das Gesamtjahr 2011 auf ca. 3,1 Mio. Neuzulassungen. Dies wäre ein Wert, der nur knapp (50.000 Einheiten) über den Neuzulassungen des Jahres 2008 läge. Dabei lägen nur wenige Fabrikate signifikant über ihren 2008er Neuzulassungszahlen, z.B.:

·         Dacia                    56%

·         Hyundai              66%

·         Mitsubishi          22%

·         Nissan                  53%

·         Seat                      17%

·         Skoda                   18%

·         VW                        12%

Viele Fabrikate stehen aber schlechter als 2008 da, z.B.:

·         Audi                      -3%

·         BMW                    -2%

·         Honda                  -30%

·         Mazda                 -21%

·         Mercedes          -17%

·         Opel                     -2%

·         Peugeot              -8%

·         Renault               -5%

·         Toyota                 -20%

Also alles nur Schaumschlägerei? Ja und Nein! Zwar liegen die Neuzulassungen in etwa auf dem Niveau 2008. Das gilt aber nicht für den Gebrauchtwagenmarkt und die Zahl der Besitzumschreibungen. Hier zeichnet sich seit dem Tiefpunkt im Umweltprämienjahr 2009 mit ca. 6 Mio. Besitzumschreibungen ein deutlich steigender Trend ab. 2010 waren es bereits 6,4 Mio. Besitzumschreibungen und bei Hochrechnung der aktuellen Werte 2011 auf das Gesamtjahr könnten sich sogar 6,7 Mio. Besitzumschreibungen abzeichnen. Das wären ca. 9% mehr als im "Krisenjahr" 2008.

Natürlich bedeutet das, dass insbesondere die Händler mit einem starken Gebrauchtwagengeschäft von dieser Entwicklung profitieren. Es bedeutet aber auch, dass die Margen im Fahrzeuggeschäft enger werden, denn mit Gebrauchtwagen lässt sich tendenziell nicht soviel verdienen wie mit Neuwagen. Außerdem gewinnen Verkaufssteuerungsinstrumente wie Tageszulassungen, die sich ebenfalls margenmindernd auswirken, wieder mehr Bedeutung.

Fazit: Aus unserer Sicht stehen KFZ-Händler heute sicher besser da als in 2008. Die scheinbare Stabilität könnte aber schnell wieder zunichte werden, wenn etwa die Konjunktur aufgrund der wachsenden Verunsicherung der Verbraucher über die politischen Rahmenbedingungen (EU, USA) einbricht.

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Ökologisches Bewußtsein und das Auto? #kfz

Was ist zu halten, vom ökologischen Bewußtsein in Deutschland?

Politische Maßnahmen – egal, ob sie E10 oder Feinstaubplakette heißen – sind sicher kein Indikator dafür, welches ökologische Bewußtsein in Deutschland besteht. Hier kann sicher nicht zu Unrecht auch die Frage gestellt werden, ob es sich um sinnvolle Dinge oder nur um Aktionismus handelt.

Klar ist, dass es den KFZ-Herstellern und Importeuren in den letzten Jahren durch verschiedene Entwicklungen gelungen ist, den Benzin- und Dieselverbrauch ihrer „Flotten“ zu senken. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass der Kauftrend in Deutschland wieder mehr und mehr zu starken Motoren und mehr PS/kW geht. 1995 lag die durchschnittliche Motorleistung der verkauften PKW bei 95 PS, im Jahr 2000 lag sie bei 110 PS. Im ersten Halbjahr 2011 hatte ein in Deutschland verkaufter PKW im Durchschnitt 134 PS. Dabei „reichen“ dem Privatkäufer 125 PS, während der Firmenwagen im Schnitt mit 152 PS geordert wird. Dies geht aus einer Studie des CAR-Institus der Universität Duisburg-Essen hervor.

Beigetragen zu dieser Entwicklung hat auch die wachsende Beliebtheit von SUVs (Sport Utility Vehicle) oder Geländelimousinen. Diese sind in der Regel höher motorisiert als „normale“ PKW, da sie auch ein höheres Gewicht und einen höheren Windwiderstand verbuchen.  Der Anteil dieser Fahrzeuge macht inzwischen 13,6% aus. Der Dieselanteil in Deutschland liegt aktuell bei 46,6% nach 41,9% im Vorjahr.

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KFZ-Trends im Juli und August #kfz

Gerüchte…

… und Spekulationen gab es insbesondere rund um zwei Marken: Opel und Saab.

Im Fall von Opel waren es die anhalten Verkaufsgerüchte von seiten General Motors, die Unruhe in das Marktgeschehen brachten. Inzwischen scheint der Verkauf aber wieder vom Tisch zu sein, dies möglicherweise auch, weil Opel zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder positive Halbjahreszahlen melden konnte. Der Marktanteil stieg von 7,7% in 2010 auf 8% in 2011. Problematisch bleiben aber die Restrukturierungskosten, die steigenden Rohkostenpreise und die konjunkturelle Unsicherheit.

Opel-Händler sind unmittelbar von einem anderen Thema betroffen: einer erwarteten Restrukturierung des Händler-Netzes in Verbindung mit der ab Mai 2013 in Kraft tretenden neuen KFZ-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO). Hier laufen aktuell Gespräche zwischen Opel und dem Händlerverband. Einzelheiten der Neuordnung sind noch nicht bekannt. Sicher ist allerdings, dass Opel die durch die neue GVO gewonnenen Spielräume nutzen will. Konkret bedeutet dies, dass insbesondere für Mehrfabrikatshändler Handlungsbedarf entstehen wird, da die neue GVO insbesondere hier die Rechte der Händler und Importeure stärkt.

Saab stand im Mai/Juni kurz vor der Insolvenz. Die Produktion ruhte, weil Zulieferteile nicht mehr bezahlt werden konnten, die Zahlung der Löhne war lange fraglich. In letzter Sekunde konnte die Insolvenz zunächst abgewendet werden. Hierzu trug der Anteilsverkauf an der unternehmenseigenen Immobiliengesellschaft ebenso bei wie Großaufträge aus China und die angekündigte Übernahme durch einen chinesischen Hersteller (Zhejiang Youngman Lotus) und einen chinesischen Großhändler (Pang Da). Zwischenzeitlich hat aber der verspätete Eingang von Zahlungen dazu geführt, dass auch die Juli-Gehälter verspätet gezahlt wurden. Der Neustart der Produktion wird aktuell auf Ende August datiert.

Perspektiven

Die Konjunktur brachte in den vergangenen Monaten fiel Hoffnung in die KFZ-Branche. Dabei übertrafen sich insbesondere die deutschen Hersteller Audi, BMW, Daimler und VW mit einer Rekordmeldung nach der anderen. Zu berücksichtigen dabei ist, dass gerade die Premium-Marken auch von einer starken Auslandsnachfrage profitiert haben. Wie stabil die Binnennachfrage ist, werden die kommenden Wochen zeigen. Jedenfalls haben die jüngsten Diskussionen um Griechenland, die Stabilität des Euro und das US-Haushaltsdefizit bereits zu einer ersten Verunsicherung der Verbraucher und auch der Industrie geführt. Diese Entwicklungen, die anstehende neue GVO und auch die strukturelle Situation bedeuten aus unserer Sicht, dass sich der KFZ-Handel auch künftig schwierigen Zeiten gegenüber sieht, über die die aktuelle Erholung nicht hinwegtäuschen sollte.

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